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Maiaufruf 2007

Wirtschaft hat Verantwortung – Wirtschaft braucht Moral!

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland stabilisiert sich langsam. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt, die Beschäftigtenzahlen steigen. Die Lohnentwicklung ist erfreulicher, als vor einem oder zwei Jahren. Die jüngsten Tarifabschlüsse sorgen für, wenn auch bescheidene, reale Lohnzuwächse. Dennoch beschäftigt die Arbeitnehmer die Frage, wie sicher ihre Arbeitsplätze sind. Zahlreiche Beispiele zeigen, dass vor allem Großkonzerne nach wie vor Arbeitsplatzabbau betreiben, obwohl sie erfolgreich wirtschaften.

Niemand kann von den Arbeitnehmern Verständnis verlangen, wenn Aktienkurse wichtiger sind als die Arbeitsplatzsicherheit, denn Wirtschaft hat Verantwortung. Die Wirtschaft trägt Mitverantwortung für das Zusammenleben in Deutschland. Sie bietet den Menschen Arbeitsplätze an und ist an der Wohlstandsmehrung unmittelbar beteiligt. Umgekehrt werden ihr Absatzmärkte für ihre Produkte und Dienstleistungen angeboten. Wirtschaft übernimmt Verantwortung in der Ausbildung und Weiterbildung. Wirtschaft ist ein Teil unserer Gesellschaft.

Wirtschaftliches Handeln hat Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben. Deshalb dürfen von den Unternehmensführungen die Konsequenzen aus ihrem Handeln nicht unterschätzt werden. Ein Unternehmen darf sein Handeln nicht alleine auf einige individuelle Interessen ausrichten. Es muss auch das Große und Ganze berücksichtigen. Dazu gehört die Verantwortung, die Unternehmen gegenüber ihren Belegschaften haben. Unternehmen können sich dieser Verantwortung nicht entziehen. Sie müssen sich dieser Verantwortung stellen.

Legen Unternehmen oder ganze Wirtschaftszweige diese Verantwortung beiseite, dann droht der Staat. Gesetzliche Eingriffe bis hin zu Verboten sind die Folge. Das steht im Widerspruch zu den christlichen Sozialprinzipien. Danach ist die wirtschaftliche Verantwortung durch die Sozialpartner, die Arbeitgeber und die Gewerkschaften, zu organisieren und nicht durch den Staat. Die Vergangenheit zeigt, dass wir damit sehr erfolgreich waren.

Die Maßstäbe für Verantwortung finden sich nicht nur in betriebswirtschaftlichen Zahlen. Moralische Grundsätze sind genauso zu beachten, zum Vorteil der Unternehmen und der Belegschaften. Vertrauen kann man nicht kaufen. Vertrauen kann man nur durch gewissenhafte Arbeit erwerben. Die Unternehmen erwarten ein Vertrauen von ihren Belegschaften. Bei den Arbeitnehmern schwindet dieses Vertrauen jedoch stetig.

Wenn Arbeitnehmer auf Rechte am Arbeitsplatz verzichten, dann müssen die vom Arbeitgeber gemachten Zusagen auch eingehalten werden. Ein Vertrauensverlust entsteht, wenn dies nicht der Fall ist. Zu viele negative Beispiele von Unternehmen, in denen dieses Vertrauen von den Arbeitgebern mit Füßen getreten worden ist, haben die Arbeitnehmer verunsichert oder wütend gemacht. Die Bereitschaft der Arbeitnehmer für neue Kompromisse am Arbeitsplatz schwindet.

Deshalb braucht Wirtschaft neue ethische und moralische Grundprinzipien. Diese Grundprinzipien sehen den Menschen im Mittelpunkt und nicht die Bilanzen. Der CGB ruft die Wirtschaft auf, zu diesen moralischen Grundprinzipien zurückzukehren. Der CGB fordert die Wirtschaft auf, ihre Entscheidungen stärker von den Schicksalen der Mitarbeiter abhängig zu machen.

Denn Wirtschaft hat Verantwortung - Wirtschaft braucht Moral!

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