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Maiaufruf 2008 – Leistung muss sich lohnen!

Deutschland diskutiert über die soziale Gerechtigkeit. Die Menschen stellen sich die Frage, ob ihr Lohn gerecht ist. Viele Menschen arbeiten für Löhne, die sie für ungerecht halten. Das gilt für alle Berufsgruppen und für alle Branchen. Der Christliche Gewerkschaftsbund Deutschlands kämpft dafür, dass sich Arbeitsleistung lohnen muss. Jeder Mensch muss leistungsgerecht entlohnt werden. Gleichmacherei ist nicht die Sache des CGB.

Die Gewerkschaften im CGB haben für die Lohnrunde 2008 erheblich höhere Lohnforderungen durchgesetzt, als in den Jahren davor. Sie haben es damit erreicht, dass die Beschäftigten am Wirtschaftsaufschwung der verschieden Branchen teilhaben können. Sie handeln damit ganz im Sinne der christlichen Soziallehre. Arbeitnehmer müssen an Unternehmensgewinnen beteiligt werden!

Christliche Gewerkschaften erkennen die Probleme der niedrigen Bezahlung in personalintensiven Dienstleistungsbranchen. Sie wissen, dass dort mitunter menschenunwürdige Löhne gezahlt werden. Christliche Gewerkschaften setzen sich dafür ein, dass in diesen Branchen eine Verbesserung der Löhne mit Augenmaß erreicht wird. Staatliche Intervention über allgemeine gesetzliche Mindestlöhne lehnen Christliche Gewerkschaften als Antwort darauf jedoch ab. Gleichwohl befürworten sie unter bestimmten Voraussetzungen branchenbezogene Mindestlohnkonzepte. Die Verhandlungen um einen allgemein gültigen Mindestlohn für das Wach- und Sicherheitsgewerbe durch die Mitgliedsgewerkschaft GÖD unterstreicht dieses Bestreben.

Christliche Gewerkschaften erkennen eine Diskrepanz zwischen Managergehältern und ihrer Leistung. Zu viele Manager machen unternehmerische Fehler, die ihr Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage bringen. Wenn diese Manager dann gleichzeitig ihre Gehälter erhöhen und außerdem für Lohnzurückhaltung bei ihren Mitarbeitern werben, so ist das unanständig! Noch unanständiger ist es, wenn diese Manager gleichzeitig Massenentlassungen vorbereiten. Manager müssen ihrer Verantwortung für ihr Unternehmen und ihrer Verantwortung für die Gesellschaft gerecht werden. Hier ist bei prominenten Fällen der Maßstab verloren gegangen. Der CGB fordert die Manager auf, diesen Maßstab wieder herzustellen und Vertrauen bei den Beschäftigten durch Verzicht zurückzugewinnen.

Auch in der Rente spielt der Leistungsgedanke eine große Rolle - Generationsvertrag hin, Generationsvertrag her. Ruheständler haben ebenfalls an dem Aufschwung teilzuhaben! Deshalb ist es richtig, wenn eine Rentenerhöhung diese Teilhabe den Rentnern jetzt sichert. Fiskalische Bedenken müssen für diese Erfolgsbeteiligung Außen vor bleiben. Schließlich ist es nicht der Staat, sondern die Rentenversicherung, die für die Stabilität der gesetzlichen Altersrenten sorgt!

Leistungsgerechtigkeit ist das Gegenteil von Beliebigkeit! Der CGB kämpft deshalb gegen den veröffentlichen Eindruck, dass Beliebigkeit unsere Gesellschaft glücklich machen kann. Leistungsgerechtigkeit bedeutet, den Beschäftigten einen leistungsgerechten Lohn zu zahlen und ihnen so die Chancen für persönlichen Wohlstand zu eröffnen.


Berlin, 1. April 2008

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