Maiaufruf 2009 – Für ein Christliches und Soziales Europa - CGB!
Aktienkurse und Dividenden sind nicht das Maß aller Dinge im Arbeitsleben. In einer verantwortlichen Gesellschaft können Wirtschaftsdaten und Aktienkurse nicht wichtiger sein als Arbeitsplatzsicherheit und gesellschaftliche Übereinstimmung. Es gilt daher, den arbeitenden Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und nicht nach Bilanzen, Kurse und Dividenden zu schielen.
Spekulationskapitalismus ist zum Scheitern verurteilt. Mit Milliarden Konjunkturpaketen versuchen die Regierungen, die Wirtschaftskrise, die insbesondere von Bankenspekulanten hervorgerufen worden ist, abzufedern. Der Raubtierkapitalismus mit seinem Ziel einer reinen Profitgier darf sich nicht wiederholen, weil ansonsten der rechtstreue Bürger nicht mehr an den sozialen Rechtsstaat glaubt.
Grenzenlose Gier von Banker und Unternehmen bringen Millionen Menschen um ihre Existenz. Das reicht aber immer noch nicht aus. Sie fühlen sich noch im Recht. Ihnen fehlt jegliches Unrechtsbewusstsein, wie dem früheren Chef der Hypo Real Estate, der nun gegen seine fristlose Kündigung und einer Weiterbeschäftigung klagt. Dies versteht weder ein Arbeitnehmer noch ein Hartz IV Empfänger, geschweige denn ein Arbeitsloser. Mit Milliarden Steuergeldern muss jetzt die HRE gestützt werden, weil es systemrelevant für unser Sozialsystem ist.
Wir können uns der Globalisierung zwar nicht entziehen, die sich auf allen Ebenen von Staaten und Institutionen abspielt. Der zunehmend technische Fortschritt lässt sich nicht bremsen. Aber es ist Aufgabe der politisch Verantwortlichen, regulierend einzugreifen, dass sich diese größte Wirtschaftskrise der letzten 80 Jahre so nicht wiederholt.
Aufgabe der Regierungen wird es sein, regulierend und kontrollierend die Weltwirtschaft zu begleiten. Spekulanten sind mit der Nachhaltigkeit zu begegnen. Haftbarmachung und Verschärfung der strafrechtlichen Bestimmungen haben den Aktionsradius solcher Manager und Funktionäre einzuengen. Ein Soziales und Christliches Europa wird nur dann Bestand haben, wenn es gelingt, diesen ungerechten Zustand zu beenden und die Regierungen das Handeln zum Wohle der Arbeitnehmerschaft wiederum in die Hand nehmen.
Die Christlichen Gewerkschaften verstehen ein soziales Europa in der Tradition christlicher Kultur als ein menschenwürdiges, tolerantes und soziales Europa, in dem der einzelne Mensch in Würde leben kann, unabhängig von seiner Religion und Weltanschauung.
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