Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft empfängt Delegation des CGB Sachsen
29.07.2010/Sachsen Der Sächsische Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Sven Morlok, empfing am 28. Juli 2010 eine Delegation des Landesvorstandes des CGB Sachsen zu einem Meinungs- und Erfahrungsaustausch. Neben dem Staatsminister nahm an dem Gespräch seitens des Ministeriums Herr Wittreck teil.
Die christlichen Gewerkschaften im Freistaat Sachsen wurden durch den CGB – Landesvorsitzenden Christian Hertzog, DHV - Die Berufsgewerkschaft e.V., und dem Mitglied das Landesvorstandes Frieder Berger, Christliche Gewerkschaft Metall (CGM), vertreten.
Das Gespräch fand in einer lockeren und gelösten Atmosphäre statt. Da es das erste Treffen des Staatsministers mit den Vertretern des CGB Sachsen war, nahmen die CGB Vertreter die Gelegenheit einer ausführlichen Vorstellung des CGB in Sachsen war. Erläutert wurden der Aufbau und die Arbeitsweise des CGB in Sachsen. Deutlich wurde gemacht, dass der CGB keine kirchliche Einrichtung ist, sehr wohl aber auf der christlichen Gesellschafts- und Soziallehre basiert.

Bild v. r.n.l.: Christian Hertzog (CGB-Landesvorsitzender Sachsen), Sven Morlok, MdL (Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr), Frieder Berger (stellv. CGB-Landesvorsitzender Sachsen)
Die überaus positive Tarifarbeit der Einzelgewerkschaften des CGB Sachsen konnte an verschiedenen Tarifabschlüssen dargestellt werden. So ist die DHV seit 2003 Tarifpartner des Roten Kreuzes in Sachsen, ebenso der Sparkassenversicherung. Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und Dienstleistungen hat u.a. den Tarifvertrag mit der Landesgruppe Sachsen des Bundesverbandes Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen vereinbart, der mehrmals als in Sachsen allgemein-verbindlich erklärt wurde.
Tarifgeschichte wurde von der Christlichen Gewerkschaft Metall, Landesverband Sachsen/Thüringen geschrieben. Bereits im Jahr 1998 wurde mit dem Metallarbeit-geberverband VSME das Tarifwerk „Phönix“ vereinbart. Darin wurden neue Wege in der Tarifarbeit beschritten, wie die Aufhebung der Trennung von gewerblichen Arbeitnehmern und Angestellten. Die einheitliche Entgelttabelle wurde erstmals in der deutschen Metall- und Elektroindustrie vereinbart. Andere Gewerkschaften zogen nach. Neu waren auch eine Jahresarbeitszeit und die Einrichtung von Arbeitszeitkonten, was heute Standard ist. Die zwingende Beteiligung der Arbeitnehmer am Erfolg des Unternehmens war auch Neuland.
Staatsminister Sven Morlok, früher selbst Geschäftsführer eines Spezialbetonbauunternehmens in Leipzig, zeigte sich sehr angetan von den tariflichen Tätigkeiten der CGB Gewerkschaften in Sachsen, die ihm durch seine berufliche Praxis bekannt waren.
Natürlich kam das Gespräch auch zum Thema Fachkräftemangel. Der Meinung des Ministers, dass es sich um kein Leistungsproblem handelt, sondern ein Motivationsproblem der Jugendlichen ist, konnte nur teilweise zugestimmt werden. Übereinstimmung fand man darin, dass vorrangig das Elternhaus für die Erziehung ihres Nachwuchses verantwortlich ist. Schule und Berufsausbildung allein reichen nicht aus. Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Unternehmen muss verbessert werden. Die Unternehmen müssen in die Schulen gehen und ihre Berufsangebote vorstellen. Gleichfalls müssen die Schulen Verbindung zu den Unternehmen in ihrer Region aufnehmen. Nur ein beiderseitiges Geben und Nehmen kann ein erfolgreicher Weg zur Beseitigung des Fachkräftemangels sein.
Der Meinung des Staatsministers, dass das Subsidiaritätsprinzip nicht nur in der Politik, sondern auch in der Arbeitsmarktpolitik Eingang finden sollte, konnte durch die Vertreter des CGB nur zugestimmt werden. Die Verwendung der Mittel zur Arbeitsmarktpolitik sollte vor Ort festgelegt werden. Eine zentrale Vorgabe durch die Bundesagentur für Arbeit hat sich als nicht effektiv erwiesen.
In weiteren Fragen, wie der Zukunft des Gesundheitswesens, der Rentenpolitik, der Verkehrspolitik in Sachsen und der Erziehung wurden die Meinungen ausgetauscht. Naturgemäß konnte nicht überall Einigkeit erzielt werden.
Für das Angebot des Staatsministers auf weitere Gespräche über Fachthemen bedankten sich die christlichen Gewerkschafter. Dies werden sie gern annehmen.
Christian Hertzog, CGB Landesvorsitzender
Frieder Berger stv. CGB Landesvorsitzender

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