CGB: Verlängerter Mutterschutz längst überfällig
Berlin, 21.10.2010 Der Christliche Gewerkschaftsbund Deutschlands (CGB) ist erfreut, über den Vorstoß des Europäischen Parlaments ein zeitliches Mindestmaß für die Mutterschutzfristen festzusetzen. Bestürzt und mit Unverständnis registriert der CGB die Reaktionen der Arbeitgeberseite in Deutschland. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf genießt unserer Ansicht nach höchste Priorität. "Es ist geradezu peinlich wenn sich Politik und Arbeitgeber zwar immer mündlich für diese Vereinbarkeit einsetzen und den verfassungsmäßigen Charakter der Familie betonen, wenn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf aber umgesetzt werden soll, aber aufgrund eventueller Mehrkosten den Untergang des westlichen Abendlandes fürchten," unterstreicht der Bundesvorsitzende des CGB Matthäus Strebl.
Wenn Rückgang von Geburtenraten bedauert wird, die Erkenntnis reift, dass Kinder viel zu oft von jungen Familien als Armutsrisiko angesehen werden und werbewirksam der politische Wille betont wird, Familien besser zu unterstützen, dann muss auch der Schutz der Mütter sichergestellt und verbessert werden. Im europäischen Vergleich ist die Bundesrepublik Deutschland das absolute Schlusslicht, soweit es die Mutterschutzfristen betrifft. Für ein Land mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland eigentlich eine Schande.
Wer auch zukünftig den Standort Deutschland sichern will, muss mehr Verantwortung für Familien und damit auch für Mütter übernehmen. Die Vereinheitlichung und zumindest für Deutschland die Verlängerung der Mutterschutzfristen ist ein Weg in die richtige Richtung, aber kann noch nicht der letzte Schritt gewesen sein, so Strebl.

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