Tiefschlag gegen Unternehmenskultur
Bespitzelungen untergraben notwendiges Vertrauen
Berlin/24.07.2009 Vor einem weiteren Verfall der Unternehmenskultur in Deutschland hat der CGB-Bundesvorsitzende Matthäus Strebl, MdB gewarnt. Er bezog sich damit auf Meldungen, nach denen immer mehr Betriebe ihre Mitarbeiter nach Krankmeldungen bespitzeln lassen und hierfür sogar professionelle Detekteien einschalten. Betroffen von solchen Beschattungen sind demnach Beschäftigte in allen Branchen und in Betrieben jeder Größenordnung. Strebl: „In begründeten Verdachtsfällen kann eine solche Überprüfung im Einvernehmen mit dem Betriebs- oder Personalrat zulässig und angebracht sein. Es gibt allerdings die berechtigte Vermutung, dass derartige Überprüfungen, die ein Tiefschlag gegen die Unternehmenskultur sind, eine nicht mehr hinzunehmende Größenordnung erreicht haben und teilweise lediglich dazu dienen, Gründe für die Kündigung von Beschäftigten zu finden.“ Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, so Strebl, schleppen sich Mitarbeiter aus Furcht vor einer Kündigung selbst dann noch in die Betriebe, wenn sie erkrankt sind. Der Krankenstand erreicht von Jahr zu Jahr neue Tiefststände. Das „Blaumachen“ gehört längst der Vergangenheit an. Ein Unternehmen kann nur auf der Grundlage gegenseitigen Vertrauens funktionieren. Bespitzelungen durch die Unternehmensführungen, wie sie offensichtlich gang und gäbe sind, untergraben ein solches Vertrauen und schaden damit letztlich dem Unternehmen selbst.

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