Vom Widersinn der Schulpolitik: Hauptschule NEIN – Hauptschulabschluss JA!
Angeblich will keiner mehr die Hauptschule. Sie wird von Schulpolitikern und solchen, die glauben, Bildungsexperten zu sein, diffamiert und zu Tode geredet, bis alle wirklich glauben, die Hauptschule sei nicht mehr nötig, obschon sie einmal die Volks-Schule, die Schule des breiten Volkes war! Die, die durch diese Schulform gegangen sind, haben die Aufbauleistung unserer Wirtschaft und unseres Staates geschafft und schaffen sie auch heute noch bei entsprechendem Eifer und Leistungswillen.
Wer denkt bei den Reden von der Abschaffung der Hauptschule noch an die Schüler, für die diese Schulform mit ihrem spezifischen Bildungsgang die beste ist? Diese Schüler werden glattweg vergessen und ignoriert, anderen Schulformen, die angeblich besser sind, zugewiesen und müssen dort sehen, wie sie zurechtkommen, meist am Ende der Notenskala und des Prestiges hängend, weil ihnen die gleichmachende Schulpolitik den entsprechenden Bildungsgang mit der spezifischen Methodik, Didaktik und Fächerauswahl vorenthält. Sie müssen „höhere“ Schulformen besuchen, die ihnen nicht das geben können, was sie brauchen, weil angebliche „Bildungsgerechtigkeit“ sie nicht akzeptiert in ihrer Eigenständigkeit. Ist das die Gerechtigkeit der Zukunft?
Aber, dann kommt das große „Aber“: Alle Schulformen, ob Realschule, Gymnasium oder Gesamtschule (auch Einheitsschule) haben in ihrem Abschlussangebot den Hauptschulabschluss, also den Abschluss einer Schulform, die sie nicht wollen! Wie kann dies möglich sein, einen Abschluss zu verleihen, dem der voraufgehende Bildungsgang fehlt? Das mögen die Gegner der Hauptschule einmal erklären! Abitur ohne gymnasialen Bildungsgang, Realschulabschluss ohne Realschule? Hauptschulabschluss ohne vorausgegangenen Hauptschulbildungsgang? Solch ein Bildungskonzept wäre das reine Chaos! Oder glauben Vertreter von Gymnasium, Gesamtschule und Realschule, für jeden Bildungsgang kompetent und zuständig zu sein – auch für den Hauptschulbildungsgang? Wer solches behauptet, ist arrogant und denkt nicht pädagogisch, sondern ist einer Ideologie verfallen, wenn er noch nie an einer Hauptschule und mit Hauptschülern gearbeitet hat.
Deshalb Forderung des VkdL:
Die Hauptschule muss bleiben und ausgebaut werden um ihrer Schüler willen, die sie brauchen!
V.i.S.d.P.: Roswitha Fischer, Verein katholischer deutscher Lehrerinnen e.V. (VkdL), Berufsverband für katholische Pädagoginnen aller Bildungsbereiche, Mitglied im Christlichen Gewerkschaftsbund Deutschlands (CGB)

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