CGB: BDI-Präsident stiftet Unfrieden
CGB widerspricht den Äusserungen des BDI-Präsidenten Rogowski zur Mitbestimmung
Berlin (13.10.2004) - Die betriebliche Mitbestimmung sowohl über das Instrument des Betriebsrats als auch über die Arbeitnehmervertreter in Aufsichtsgremien von Unternehmen sichert den sozialen Frieden innerhalb eines Unternehmens. Wenn dieses Modell in Frage gestellt wird, ist damit zu rechnen, dass Auseinandersetzungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zunehmen und mit größerer Aggressivität außerhalb des Betriebes ausgetragen werden. Der Christliche Gewerkschaftsbund Deutschlands (CGB) hält die Mitbestimmung in den Aufsichtsgremien von Betrieben und Konzernen für ein wichtiges und notwendiges Instrument für die Unternehmensbeteiligungen und die Unternehmensführung.
Der CGB weist deshalb die Äusserungen des BDI-Präsidenten Michael Rogowski in der neuesten Ausgabe des „Stern“ zurück.
Wenn – nach Rogowski - die Mitbestimmung in den Aufsichtsräten der Unternehmen ein ‚Irrtum der Geschichte' gewesen sei, weise das darauf hin, daß Rogowski die Mitbestimmung abschaffen wolle. Warum er dann aber ein Konzept vorbereite, in dem die betriebliche Mitbestimmung nur verändert, nicht aber abgeschafft wird, zeige, dass der BDI in dieser Frage nicht konsequent handelt. Offensichtlich wolle der scheidende BDI-Präsident vor seinem Abgang noch Pflöcke einschlagen, die später ein kooperatives Handeln erschwerten.
Der CGB unterstreicht, dass es in der betrieblichen Mitbestimmung deutlichen Reformbedarf gebe. Damit Aufsichtsratsmandate nicht für fremde Interessen missbraucht werden, fordere der CGB seit langem, dass die Arbeitnehmervertreter in Aufsichtsräten einen engen persönlichen Unternehmensbezug nachweisen müssen , damit sie gewählt werden können. Dies werde von den Mitgliedsgewerkschaften des CGB seit vielen Jahren so praktiziert.
Außerdem hält der CGB eine Demokratisierung der Aufsichtsräte für zwingend erforderlich. Der CGB fordert seit langem die Urwahl der Arbeitnehmervertreter in Aufsichtsräte. Mit mehr Demokratie im Betrieb werde mehr Transparenz und Kontrolle geschaffen.
Auf dem 13. Ordentlichen Bundeskongress in Erfurt am 22. und 23. Oktober 2004 will der CGB diese Positionen bestätigen.
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