Abberufung Gersters löst die eigentlichen Probleme der BA nicht
Es ist höchste Zeit gewesen, dass der Vorsitzender der Bundesagentur für Arbeit (BA), Florian Gerster, seinen Hut nimmt. Die eigentlichen Probleme in der BA werden dadurch aber nicht gelöst.
Gerster war nur Spiegelbild einer Mentalität, die im Hause seit langem vorherrscht. Es steht schon seit langem nicht mehr im Vordergrund verantwortungsbewusst mit den Finanzmitteln der Versicherten umzugehen. Vielmehr ist es das Ziel der Politik die Nürnberger Behörde so darzustellen, ein Beschäftigungswunder in Deutschland herbeizuzaubern.
Der Umbau einer Behörde mit über 90.000 Beschäftigten braucht seine Zeit. Die verantwortlichen Architekten für den Umbau müssen auch das Vertrauen der Beschäftigten der BA genießen. Aus diesem Grund scheint es sinnvoll, eine interne Lösung bei der Berufung eines Nachfolgers von Gerster anzustreben.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Wirtschaftsmanager mit einem bürokratischen und oftmals schwerfälligen Verwaltungsapparat zurecht kommt, wie ihn die Bundesagentur für Arbeit charakterisiert. Die Entscheidungsfindung und die Entscheidungswege sind in einer Behörde grundlegend anders, als in einem Wirtschaftsunternehmen“, so CGB-Generalsekretär Gunter Smits.
Der CGB appelliert an die Politik endlich darauf zu verzichten, große Versprechen bei der Verbesserung der Arbeitsmarktpolitik in Deutschland im Zusammenhang mit strukturellen Veränderungen der BA zu machen. Durch eine Verwaltungsreform der BA entstehen noch keine neuen Arbeitsplätze. Mit diesen Versprechungen werden aber die Hoffnungen der zahlreichen Arbeitssuchenden erneut enttäuscht.
Berlin, 26. Januar 2004
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