Personalserviceagenturen provozieren Subventionsmissbrauch
Im Vorfeld eines Spitzengespräches unter Arbeitgeberverbänden an diesem Dienstag erklärten die Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Nordbayerischer Zeitarbeitsunternehmen (INZ), Norbert Grünwald und der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP), Gunter Smits, übereinstimmend, dass die neu geschaffenen Personalserviceagenturen so schnell wie möglich reformiert werden müssen.
Das, was heute als Personalserviceagenturen auf dem Markt ist, entspricht nicht dem, wie es von der Hartz-Kommission im vergangenen Jahr entwickelt worden ist. Die heutige Konstruktion der PSA ist eine reine Mogelpackung.
"Die Personalserviceagenturen verzerren den Wettbewerb in der Branche der Zeitarbeit," so INZ-Vorsitzender Norbert Grünwald. "Mit ihren Angeboten liegen sie deutlich unter denen, die ein traditionelles Zeitarbeitsunternehmen unterbreiten kann, und das nur, weil die Bundesanstalt für Arbeit jeden Arbeitslosen finanziell fördert, der in einer PSA ist. Durch diese Subvention wird der Markt zuungunsten der traditionellen Zeitarbeit negativ beeinflusst."
Die CGZP hat mit den PSA Probleme, denn sie dienen dazu, dass Langzeitarbeitslose aus der Statistik der Bundesanstalt für Arbeit verschwinden. Der CGZP liegen Erkenntnisse vor, dass eine PSA gezwungen wurde, Langzeitarbeitslose aufzunehmen, obwohl die PSA keine Beschäftigungsverhältnisse für diese Langzeitarbeitslosen anbieten konnte. "Aus der Statistik sind diese Personen raus. Man hat ihnen Hoffnung auf ein nahendes Beschäftigungsverhältnis gegeben und am Ende sind alle enttäuscht", so CGZP-Vorsitzender Smits.
Die PSA haben demnach keinen Nutzen, den man nicht auch mit anderen Mitteln erreichen könnte. Dabei sind die anderen Mittel effektiver. Die Arbeitsämter können zur Vermittlung von Arbeitslosen auch zukünftig auf die Zeitarbeitsunternehmen zurückgreifen, ohne dass damit eine Lohnsubvention notwendig ist. Die Wettbewerbsverzerrung wird damit ausgeschlossen.
Dieses Verfahren wäre im übrigen ehrlicher. Erstens verfälscht es nicht die Arbeitslosenstatistiken durch Ausschluss von bestimmten Arbeitslosengruppen. Zweitens gaukelt es den Betroffenen nicht die Hoffnung vor, sie können bald wieder einer regelmäßigen Beschäftigung nachgehen. Drittens schafft es Bürokratieaufwand ab, den wir in einem überregulierten Arbeitsmarkt ohnehin schon zu viel haben, und viertens gefährdet es nicht die Zeitarbeit, die bisher erfolgreich und ohne jede Subvention 30% ihrer Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt integriert hat.
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