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Bundesverbandstag der Milchleistungsprüfer 2017 in Schleswig-Holstein

Vom 18. bis 20. Mai fand in Rendsburg im Hotel Conventgarten der 56. Bundesverbandstag des Arbeitnehmerverbandes der deutschen Milchkontroll- und Tierzuchtbediensteten (ADM) statt. Dieser stand unter dem Motto „ADM - 65 Jahre ein starker Partner“. Dazu konnte Landes- und Bundesvorsitzender Sönke Clasen aus Lübeck zahlreiche Delegierte und Gäste aus dem Bundesgebiet begrüßen. Die Delegierten hatten eine umfangreiche Tagesordnung abzuarbeiten und für die mitgereisten Partner war ein interessantes und abwechslungsreiches Partnerprogramm vorbereitet.

Nach einigen Informationen über den Nord-Ostsee-Kanal und einem kurzen Rückblick auf das 65jährige Bestehen des Arbeitnehmerverbandes hielt der Vorsitzende einen umfangreichen Geschäfts- und Tätigkeitsbericht. Schwerpunkt im Tätigkeitsbericht waren die Tarifabschlüsse bei den Landeskontrollverbänden. In seinem Geschäftsbericht ging Sönke Clasen besonders auf die Auswirkungen der Milchkrise ein. Diese hat den Strukturwandel bei den Milcherzeugern und damit den Kunden der Landeskontrollverbände im Bundesgebiet weiter verschärft. Im abgelaufenen Prüfjahr verzeichneten die Landeskontrollverbände einen Rückgang bei den Mitgliedern um 2.761 und bei der Kuhzahl um 79.417. Dies hat auch immer unmittelbare Auswirkungen auf die Auslastung und auf die Mitarbeiterzahl bei den Landeskontrollverbänden. Nach den üblichen Regularien, wie Kassenbericht, Entlastung, Haushaltsvoranschlag und den Wahlen wurde der erste Teil der Delegiertentagung geschlossen.

Der Bundesvorsitzende Sönke Clasen konnte dazu zahlreiche Gäste begrüßen, unter anderen den Vorsitzenden des Landeskontrollverbandes Herrn Eckhard Marxen, den Geschäftsführer Herrn Hergen Rowehl, aus dem MLUR den Tierzuchtreferenten Herrn Norbert Borchers, vom Bauernverband den Vizepräsidenten Herrn Klaus-Peter Lucht, von der Rinderzucht Schleswig-Holstein Herrn Rüdiger Böhnke und von Partnergewerkschaften Henning Röders (DHV) und Torsten Henjes (CGPT). In Ihren Grußworten hoben alle Gäste die Wichtigkeit der Milchleistungsprüfung hervor und lobten die gute Zusammenarbeit mit dem Landeskontrollverband Schleswig-Holstein und dessen Berufsverband ADM.

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Der zweite Teil der Delegiertentagung begann mit einem Vortrag vom Geschäftsführer des Landeskontrollverbandes (LKV) Hergen Rowehl, der den Delegierten den LKV vorstellte. Die naturräumliche Gliederung zeigt, dass in Schleswig-Holstein 40 % der Flächen Acker und 22,6 % der Flächen Dauergrünland sind. Die Milchviehhaltung konzentriert sich heute auf den Mittelrücken und die Westküste. Die Struktur und die Aufgaben des LKV werden erläutert, der LKV besteht in diesem Jahr 120 Jahre. Seit 2002 bekommt der LKV keine Mittel mehr aus der GAK-Förderung, lediglich zur Verbesserung von Gesundheit und Robustheit erhält der LKV 115.000 € jährlich, dies entspricht ca. 30 Cent je Kuh. Durch die Entwicklung der EDV hat sich der LKV zu einem modernen Dienstleister entwickelt. Die Mitgliedschaft im Rinderdatenverbund (RDV), in der 53 % aller MLP Kühe in Deutschland vertreten sind, hat sich sehr positiv entwickelt.

Die Entwicklung der Mitglieder- und Kuhzahlen war im abgelaufenen Prüfjahr rückläufig. Im Vergleich zu 2007 hat die Zahl der Betriebe um 29,6 % abgenommen, die Zahl der Kühe um 24,0 %. Die durchschnittliche Kuhzahl pro Betrieb hat seit 2007 um 75,8 Kühe zugenommen und liegt heute bei 114 Kühen pro Betrieb. Die Wachstumsschwelle liegt heute bei 200 Kühen, der LKV muss auf diesen Strukturwandel reagieren, so betont Herr Rowehl.

Die Verteilung der Prüfverfahren und der Rassen und deren Leistungen werden vorgestellt. Seit 1972 wurde die Milchleistung um 3.614 kg gesteigert, dies entspricht einem jährlichen Zuwachs von 82 kg Milch je Kuh. Der Landeskontrollverband Schleswig-Holstein verfügt zurzeit über 122 Mitarbeiter und bei der Tochtergesellschaft der Landwirtschaftlichen Kontroll- und Dienstleistungsgesellschaft (LKD) sind es nochmals 13 Mitarbeiter. Ein Milchleistungsprüfer bearbeitet im Durchschnitt monatlich 5.721 Kühe.

Die Ausrüstung eines Leistungsprüfers wird vorgestellt. Als einziger Landeskontrollverband arbeitet man in Schleswig-Holstein zur Datenerfassung bei der Milchleistungsprüfung mit Ezi-Scanner und Data-Handler. Bei den mobilen Milchmengenmessgeräten sind Neuentwicklungen in Vorbereitung, auch für die Probenahme an Melkrobotern wird mit dem Oricolector in Schleswig-Holstein ein neues Gerät getestet. Um die Milchleistungsprüfung für die Mitglieder schneller und sicherer zu machen, bietet der LKV dazu eine elektronische Tiererkennung mittels Elektronischer Ohrmarke oder Fußfessel.

Die Erkennung der Probenflaschen soll zukünftig nicht mehr per Barcode, sondern per Chip erfolgen. Das Herdenmanagementprogramm „mlp online“ und „mlp mobil“ erfreut sich steigenden Interesses bei den Mitgliedern und wird ständig verbessert und erweitert.

Im Zentralen Milchlabor (ZML) werden jährlich rund 4,9 Mio. Proben untersucht und rund 25 Mio. Ergebnisse festgestellt. In Zusammenarbeit mit den Laboren in Verden, Leer und Krefeld ist eine Automatisierung vorgesehen. Die Auditoren des LKV haben im vergangenen Jahr 1.844 Audits in den Bereichen QM-Milch, Arlagarden, Milkmaster und VLOG durchgeführt. Die Zusammenarbeit mit der Zertifizierungsstelle ABCG in Alsfeld in Hessen ist sehr positiv. Um auch für die Zukunft gerüstet zu sein, arbeiten die Landeskontrollverbände eng zusammen. Unter Leitung Ihrer Dachorganisation DLQ werden zahlreiche Projekte entwickelt und betreut, zum Teil werden diese Projekte auch finanziell gefördert.

Der Vortrag von Herrn Rowehl wird von den Delegierten rege diskutiert und zeigt, wie umfangreich die Milchleistungsprüfung ist und wie breit der Landeskontrollverband Schleswig-Holstein als Dienstleister aufgestellt ist.
Anschließend informierte der Bundesvorsitzende der Partnergewerkschaft DHV - Die Berufsgewerkschaft Henning Röders aus Hamburg über den CGB-Service-Club.

Der dritte Teil des Bundesverbandstages folgte am Samstag, traditionell mit der Diskussion zur aktuellen Situation in den Landesverbänden. Jeder Landesverband berichtete über die momentane Lage und aktuelle Entwicklungen. In mehreren Verbänden stehen schwierige Tarifverhandlungen an, eventuelle Fusionen und engere Zusammenarbeit zwischen den Landeskontrollverbänden und Tierzuchtorganisationen sind bei weiteren Verbänden möglich.

Den Abschluss des Bundesverbandstages machte eine Ausfahrt an die Westküste. Dort genossen die Teilnehmer, bei strahlendem Sonnenschein, einen Blick auf den Leuchtturm Westerheversand, das Wattenmeer und die Halligen. Das Thema Küstenschutz und die Gänseproblematik wurden intensiv diskutiert. Weiter ging es dann nach Poppenbüll in die Gaststätte „De Kohstall“, wo sich die Teilnehmer ein traditionelles Mehlbeutelessen schmecken ließen. Danach besuchte man das Eidersperrwerk, die Teilnehmer waren beindruckt von der Kraft der Nordsee, die bei auflaufendem Wasser durch die Tore des Sperrwerks strömte. Auch 50 Jahre nach dem Bau des Sperrwerks verändert sich die Natur an der Küste ständig.

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Gedruckt am 26.06.2019 5:36.