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Nachruf: langjähriger christlicher Politiker und Gewerkschafter Peter Keller verstorben

Der CGB und die CDA-CGB-Arbeitsgemeinschaft trauern um den CSA-Ehrenvorsitzenden Peter Keller. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der christliche Gewerkschafter und langjährige CSU-Bundestagsabgeordnete bereits am 23.März im Alter von 86 Jahren in seiner Heimatstadt Zellingen in Franken verstorben. Peter Keller war gläubiger Katholik und überzeugter Christlich-Sozialer. Nach einem Fachhochschulstudium zum Diplom-Ingenieur war er von 1962 bis 1968 bei Siemens tätig, wo er sich auch im Betriebsrat engagierte. 1968 wechselte er als hauptamtlicher Diözesansekretär und Bildungsreferent der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) zur Diözese Würzburg, wo er einen Personalrat initiierte, dessen erster Vorsitzender er wurde. Zudem war Keller acht Jahre Bundesvorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Mitarbeiterversammlungen der deutschen Diözesen. Parallel zu seiner Berufstätigkeit holte er auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nach und studierte anschließend an der Uni Würzburg Geschichte, Soziologie und Pädagogik. Von 1981 bis 2002 war er Leiter der kircheneigenen Arbeitnehmer-Bildungsstätte Benediktushöhe in Retzbach, die auch von den christlichen Gewerkschaften gerne für Schulungen und Tagungen genutzt wurde. Anschließend übernahm er den Vorsitz des Trägervereins der Bildungsstätte, den er bis 2017 inne hatte. 

Sein politisches Engagement startete Peter Keller bereits 1958. Er durchlief bei der CSU die sogenannte Ochsentour, die ihn über Gemeinderat, Kreistag und Bezirkstag bis in den Deutschen Bundestag führte, dem er von 1980 bis 1987 und von 1990 bis 1998 angehörte. Ab 1995 war er zudem Vertreter der Bundesrepublik Deutschland in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und Vertreter in der Versammlung der Westeuropäischen Union. 

Als christlicher Gewerkschafter und Vorsitzender der CSU-Arbeitnehmervereinigung CSA bestimmte die Arbeitnehmer- und Sozialpolitik auch das parlamentarische Wirken von Peter Keller. Er setzt sich ein für Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand, für den Ausbau der Mitbestimmung, für Gewerkschaftspluralismus sowie für die Arbeitnehmerbildung. Aus bremischer Sicht hervorzuheben ist auch sein langjähriges Engagement für die Schaffung von Arbeitnehmerkammern, wie sie in Deutschland bislang nur in Bremen und im Saarland existieren. Peter Keller war ab 1982 Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerkammern. 

Nach dem Ende seiner beruflichen und parlamentarischen Tätigkeit übernahm Peter Keller 2002 den Vorsitz des Adam-Stegerwald-Kreises, der das Erbe des aus Greußenheim bei Würzburg stammenden christlichen Gewerkschaftsführers, Ministers der Weimarer Republik und ersten Regierungspräsidenten von Unterfranken nach dem Krieg zu wahren und in die Zukunft zu transportieren bemüht ist. 

Peter Keller hat sich um die Arbeitnehmerbewegung in Deutschland verdient gemacht. Die christlichen Gewerkschaften werden ihrem Kollegen ein ehrendes Andenken bewahren.

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Gedruckt am 25.05.2024 19:10.