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DHV: Parlamentspräsident Weber empfing Sieger des DHV Berufswettkampfs in Bremen

Mit einem Empfang für die Wettkampfsieger im Haus der Bürgerschaft ging heute der diesjährige Berufswettkampf der Kaufmannsjugend zu Ende. Von 103 Auszubildenden der wichtigsten kaufmännischen Ausbildungsberufe, die sich am 17. Februar 2018 in der Bremer Universitätd em freiwilligen Leistungswettstreit gestellt hatten, durften sich acht über Urkunden und Buchpreise freuen, die ihnen vom Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft Christian Weber, dem Schirmherrn des Berufswettkampfes, überreicht wurden.

Präsident Weber, verwies in seiner Begrüßung darauf, dass er in seiner Jugend vor einem Lehramtsstudium selbst eine kaufmännische Ausbildung absolviert hat. Er lobte die Wettkampfsiegerinnen und Wettkampfsieger für ihre Leistungsbereitschaft, die sie mit ihrer freiwilligen Teilnahme an einem Leistungstest an einem arbeitsfreien Samstag gezeigt hätten und animierte sie unter Verweis auf die geringe Wahlbeteiligung bei den letzten Bürgerschaftswahlen zu politischen Engagement. Im Plenarsaal des Landtages gab er ihnen dazu einen Einblick in die Parlamentsarbeit. Wettkampfleiter Peter Rudolph hatte zuvor in seiner Ansprache die Bedeutung eines guten und erfolgreichen Ausbildungsabschlusses betont und darauf verwiesen, dass lt. DIHK bereits 56% der Betriebe im Fachkräftemangel das größte Geschäftsrisiko sehen. Angesichts des beklagten Fachkräftemangels zeigte er kein Verständnis für die nachlassende Ausbildungsbereitschaft vieler Firmen. Die duale Berufsausbildung sei das Rückrat der deutschen Wirtschaft und dürfe nicht nur in Sonntagsreden beschworen werden. Der politisch geförderte Trend zur Akademisierung der Ausbildung müsse gestoppt und Schulabgängerinnen und Schulabgänger gezielt für eine duale Ausbildung umworben werden.

Hintergrund:

Der Berufswettkampf ist ein freiwilliger Leistungstest für kaufmännische Auszubildende. Er wurde von der DHV Anfang der 1920er Jahre vor dem Hintergrund der 1867 eingeführten Gewerbefreiheit, mit der alle Gewerbetreibenden auch das uneingeschränkte Recht zur Ausbildung ihres Berufsnachwuchses erhalten hatten, konzipiert und erstmalig in Heidelberg durchgeführt. Mit dem DHV-Berufswettkampf wurde den kaufmännischen Lehrlingen eine Gelegenheit geboten, ihr in der Lehre erworbenes Wissen im Leistungsvergleich mit Berufskollegen zu testen und damit auch Einblick in die Qualität der eigenen Ausbildung zu erhalten. Da es keine „amtliche“ Bestätigung für eine erfolgreich abgeschlossene Lehre gab, war der Berufswettkampf zugleich eine Möglichkeit, seine Berufsqualifikation und Leistungsbereitschaft unter Beweis zu stellen und unabhängig vom subjektiven Lehrzeugnis des „Principals“ zu belegen.

Form und Inhalt des Berufswettkampfes wurden immer wieder den beruflichen und wirtschaftlichen Entwicklungen angepasst. Ging es anfangs um Kenntnisse in den Bereichen Aufsatz, Briefwechsel, Fremdsprachen, Kurzschrift und Rechnen, die im Leistungsvergleich getestet wurden, dominierte nach Einführung der Kammer-Prüfungen der Wettkampf- und Leistungsgedanke den Berufswettkampf, wie auch in der bis heute gebräuchlichen Bezeichnung „Olympiade der Kaufmannsjugend“ zum Ausdruck kommt. In seiner aktuellen Form wird der Berufswettkampf von den Auszubildenden hauptsächlich genutzt um ihr prüfungsrelevantes Fachwissen zu testen, um erkannte Wissenslücken rechtzeitig vor der Kammerprüfung schließen zu können.

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Gedruckt am 25.09.2018 7:27.