Stellungnahmen
Der Generalsekretär des CGB kommentiert: Zeitenwende am Arbeitsmarkt - Soziale Sicherheit und Kontinuität als Stabilitätsanker in unsicheren Zeiten
Der Arbeitsmarkt in Deutschland befindet sich heute in einem tiefgreifenden Wandel. Während in den vergangenen Jahren der klassische „Arbeitnehmermarkt“ die Situation der Beschäftigten prägte, beobachtet der Christliche Gewerkschaftsbund Deutschlands (CGB) aktuell eine deutliche Verschiebung hin zu einem „Sicherheitsmarkt“. Angesichts wirtschaftlicher Transformationen, politischer Neuausrichtungen und Unsicherheit rückt die Beständigkeit des Arbeitsplatzes wieder in das Zentrum der Arbeitnehmerinteressen. Der CGB und seine Mitgliedsgewerkschaften stehen in diesem Kontext klar als Garant für einen starken Kündigungsschutz und eine faire Sozialpartnerschaft.
Noch vor kurzer Zeit schien der Fachkräftemangel den Beschäftigten eine nahezu unbegrenzte Verhandlungsmacht zu verleihen. Doch im Mai 2026 ist eine deutliche Abkühlung spürbar. Unternehmen agieren bei Neueinstellungen vorsichtiger, und die globale wirtschaftliche Dynamik zwingt viele Branchen zur Konsolidierung.
„Wir erleben, dass für die Kolleginnen und Kollegen das Thema Jobsicherheit heute wichtiger ist als der schnelle Wechsel für ein paar Euro mehr“, erklärt der CGB Generalsekretär Christian Hertzog. „In Zeiten, in denen sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unter der neuen Bundesregierung festigen, aber gleichzeitig der Transformationsdruck in der Industrie hoch bleibt, suchen die Menschen nach einem sicheren Hafen.“, so der Generalsekretär weiter.
In dieser sensiblen Phase sehen wir als CGB unsere Kernaufgabe darin, den Schutz des Einzelnen mit der Zukunftsfähigkeit der Betriebe zu verbinden. Auf Basis der christlichen Soziallehre stehen wir für Arbeitsplatzkonzepte, die Krisen überdauern.
„Christliche Gewerkschaften stehen nicht für ideologische Klassenkämpfe, sondern für eine gelebte Sozialpartnerschaft auf Augenhöhe“, so Hertzog weiter weiter. „Gerade jetzt verhindern wir, dass Beschäftigte zu bloßen Manövriermassen in Effizienzprogrammen werden.”
Der CGB fordert von der Politik und der Arbeitgeberseite, die aktuelle Zurückhaltung am Markt nicht für den Abbau von Arbeitnehmerrechten zu nutzen. Gleichzeitig erwarten wir von der Politik bessere Maßnahmen, um die tarifliche Bindung weiter zu stärken. Das neue Bundestariftreuegesetz kann nur ein erster Schritt sein, um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in tarifgebundenen Unternehmen zu sichern, dem weitere folgen müssen.
Gedruckt am 15.05.2026 23:08.